Systematische Beratung

Was ist Systemische Beratung?

Meine Systemische Beratung setze ich vor allem im Bereich der sozialpädagogischen Familienhilfe und im Bereich der Paarberatung ein. 

In der Systemischen Beratung geht es vor allem um die Stärkung der Ressourcen und Kompetenzen eines sozialen Systems, z.B. einer Familie mitsamt ihrem Umfeld.

Stellen Sie sich vor, dass die Beziehungen zwischen Menschen wie ein Mobile sind. Ist das Mobile ausgewogen, so sind alle Beziehungen in Balance. Gibt es Unruhe oder Veränderung in der Gewichtung eines einzelnen oder mehrerer Teile des Mobiles, so gibt es ein Ungleichgewicht, es hängt etwas schief. Bei den Mobiles, um die es hier geht, kommt hinzu, dass die Teile des Mobiles von vorneherein über unterschiedliche Kommunikationsmöglichkeiten verfügen. Z.B. können Familienangehörige schwerhörig, gehörlos und hörend sein. Und nicht selten gibt es in solchen Familien Identitätsprobleme.

Durch Systemische Beratung kann man erkennen, wenn etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist und es gibt Möglichkeiten wie man das Gleichgewicht wieder herstellen kann, damit keiner zu kurz kommt. Selbstverständlich werden in der Beratung die unterschiedlichen Kommunikationsarten berücksichtigt.

In der Systemischen Beratung wird das Ungleichgewicht gemeinsam erkundet. Mit gezieltem Hinterfragen wird nach Hindernissen gesucht, die oft auch aufgrund der Hörschädigung auftauchen. Spezielle Fragetechniken helfen, Hindernisse und Barrieren zu erkennen und zu überwinden.

Auch das symbolische „Aufstellen“ Ihrer Familie, z.B. mit Hilfe von Figuren (Visualisierung), kann helfen Lösungen und Antworten zu finden. Das ganze Umfeld wird in der Systemischen Beratung mit einbezogen: Partner, Herkunftsfamilie, Kinder, Freunde oder Arbeitskollegen: Alle stehen miteinander in Beziehung. Es gibt keine „Nichtbeziehung“.

Lernt EINE Person ihre Verhaltensmuster in ihrem Personenkreis zu verändern, so werden auch ihre Mitmenschen anders reagieren und agieren. Das Verhalten der Partnerin oder des Partners, des Arbeitskollegen oder wem auch immer kann man nicht ändern. Man kann nur sich selbst ändern.

Wenn Sie Antworten finden und sich verändern wollen, dann klappt es auch!

Problemstellungen

Ich helfe Ihnen dabei, Ihre individuellen Stärken und Fähigkeiten zu entdecken und diese für Lösungen, Möglichkeiten und Chancen zu nutzen. Ich eröffne Ihnen neue Perspektiven 

  • bei Kommunikationsschwierigkeiten zwischen den Welten und Kulturen von hörenden und gehörlosen Menschen
  • in Krisenzeiten
  • bei Verhaltensauffälligkeiten Ihrer Kinder
  • bei Überforderung
  • bei Beziehungsschwierigkeiten mit Partner, Kindern und Ihrer Herkunftsfamilie
  • wenn Sie sich unverstanden fühlen
  • bei Identitätsschwierigkeiten als Mensch mit Hörschädigung
  • wenn Sie die Verhaltensmuster Ihrer Herkunftsfamilie hinterfragen, erfahren und verstehen wollen
  • wenn andere nicht weiterhin über Ihr Leben bestimmen und entscheiden sollen
  • wenn Sie die Verantwortung für sich selbst übernehmen möchten
  • wenn Sie immer wiederkehrende Verhaltensmuster ablegen wollen

Wie helfe ich Ihnen?

Überforderung im Alltagsleben von Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen mit Hörbehinderung können in vielen unterschiedlichen Lebenssituationen wie z. B. in der Familie im Kindergarten, in der Schule oder im Beruf entstehen. Oft glauben wir, dass das bei uns Menschen mit Hörbehinderung „nur“ damit zusammenhängt, dass wir nicht hören können. Unsere „andere“ Kommunikation ist sicher eine große Herausforderung, aber das Leben selbst hält auch immer wieder schwierige Situationen für uns bereit, die wir bewältigen müssen.

Jeder Mensch hat seine eigene Belastungsgrenze. Jede Beratung hat ihren eigenen Verlauf. Wir können uns nicht mit anderen vergleichen wie viel wir schaffen oder nicht. Versuchen wir unsere Belastungsgrenze zu ignorieren und zu umgehen, dann entwickelt sich häufig ein „Schneeballsystem“. Immer mehr geht schief und das eigentliche Problem tritt in den Hintergrund. Nicht wenige Kinder werden dann z.B. verhaltensauffällig.

Viele Menschen/Familien hoffen insgeheim, dass sich das schon wieder ändern wird oder irgendjemand wird für uns das Problem schon lösen. Ja, vielleicht ändert auch ein Anderer etwas, aber für uns ändert sich das eigentliche Problem nicht wirklich. Es verschiebt sich nur auf einen anderen Platz.

Wie ich Ihnen helfe, das erkläre ich verständlich.

Ich arbeite ambulant, das heißt ich unterstütze und berate bei Ihnen zu Hause. Darüber hinaus biete ich Beratung und Unterstützung auch für Kinder und Jugendliche an, die schulische Probleme haben. Eine Kooperation mit Schulen und Kindergärten heiße ich ausdrücklich willkommen.

Unbedingt erforderlich ist für mich, dass ich die Kommunikation auf eine tragfähige Basis stelle und den jeweiligen Bedürfnissen anpasse. Das ist dann die Grundlage, um

  • Ihre Erwartungen kennen zu lernen
  • die Erwartungen festzustellen, die von Ihrem Umfeld an Sie herangetragen werden
  • die Punkte zu benennen, die Ihnen Schwierigkeiten machen
  • Zugang zu Ihren eigenen Kräften zu erreichen
  • sich selbst Klarheit über die eigene Situation zu verschaffen
  • auf Lösungssuche zu gehen
  • umsetzbare Ziele auch in kleinen Schritten zu gehen
  • neue Sichtweisen und Lebensperspektiven  zu entdecken
  • mehr Lebendigkeit und Qualität in Ihrem Leben zu erleben

Ich arbeite nicht nur ambulant, sondern verfüge auch über einen Beratungsraum in

44879 Bochum, Hattingerstr. 785 in dem ich meine Beratungen durchführe.

Und seit Beginn des Jahres 2018 ist es möglich, sich unverbindlich jeden 3. Samstag im Monat von 12 bis 15 Uhr über unser Angebot zu informieren (nicht in den Schulferien!).

Ein Beispiel

In einer Familie sind Mama und Papa hörend, ein Kind ist gehörlos und dazu kommen noch Geschwister. Das Thema „Anders-Sein“ taucht auf. Aber was genau ist anders? Ist es nur die Kommunikation? Wie gehen alle damit um? Eltern oder auch Großeltern versuchen, es jedem Kind recht zu machen und meist gleichberechtigt zu behandeln. Und dennoch schleichen sich „ungerechte“ Handlungen ein. Oft scheitert es in solchen Familien auch an der Kommunikation. Was verstehen wir? Wie teilen wir etwas mit? Wie gehen wir miteinander um? Was wollen wir eigentlich mitteilen? Aufgrund der Kommunikations-Barrieren in solchen Familien, fühlen sich Kinder mit Hörschädigung oft „ausgeliefert“ und sind nicht selten lange mit ihrer Familie auf ungute Weise „verstrickt“.

Manches Verhalten kann auch durch Krankheit, Unzufriedenheit, berufliche Probleme oder durch Weitergabe von Gewohnheiten aus den Ursprungsfamilien entstanden sein. Es kann in den zurückliegenden Generationen „Geheimnisse“ geben, die aus der Sicht der Eltern, Großeltern oder Anderer verborgen werden sollen. Diese Geheimnisse waren damals eine Überlebenshilfe aber heute wirken sie zerstörerisch.

Alle diese Verhaltensweisen geschehen unbewusst und ungewollt. Es kommt Unruhe auf, Kinder können dadurch verhaltensauffällig werden, die Beziehungen werden belastet. Familienmitglieder können krank werden, es kann z.B. zu Essstörungen und völliger Erschöpfung kommen oder immer und immer wieder tauchen die gleichen Probleme auf…